Von Miesmuscheln und WC-Enten

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Hallo Sportsfreunde. Der letzte Blogeintrag liegt schon etwas zurück. Ich war im Urlaub. Die, die schon etwas länger mitlesen, werden gleich erraten haben, wohin die Reise führte: Natürlich nach Dänemark.


Urlaub mit Nebenkosten

Dieses Jahr hatten wir uns die Nordseeküste ausgesucht. Die Gegend um Thyborøn kannten wir noch nicht. Außerdem war der Schock nach der Nebenkostenabrechnung des letzten Nordseeurlaubs endlich abgeklungen. 700 Euro Stromrechnung für 10 Tage Weihnachtsurlaub vergisst man nicht so schnell. Das ist ja quasi der Jahresdurchschnitt einer dreiköpfigen Familie. Wir haben diesmal auch den Pool weggelassen und sofort die Klimaanlage und jede Fußbodenheizung abgestellt. Und natürlich Decken bereit gelegt.

Pubertiere und Zwerge

Urlaub mit zwei pubertierenden Jungs und zwei Kleinkindern ist aber auch sehr spannend. Einerseits muss man sich beim abendlichen Rommé belehren lassen, dass es nicht „Wen sein“, sondern „Wessen“ heißt! Wobei ich mich immer noch frage, wann sich dieser grammatikalisch Fauxpas in mein Repertoire geschlichen hat. Andererseits wird man mit Ausdrücken eingedeckt, die man noch nie zuvor in seinem Leben hörte. „Nice“ und „Fame“ klingen da noch ganz nett. Aber als mein dreijähriger Sohn tagelang vom Taxifahrer erzählte, der seinen Auftritt in einem merkwürdigen Rapsong hatte, kam ich nicht mehr mit. Außerdem gelte ich jetzt als „Like-Geil“. Scheinbar ist es heutzutage nicht gerne gesehen, wenn man seine Instagram Bilder mit Hashtags pusht. Wow, hat den Satz jetzt jeder verstanden?

Du hast was richtig gemacht wenn Du Fußspuren hinterlässt

Zum Glück bietet das Land hier jede Menge Platz und Raum, um Spuren zu hinterlassen. Endlose Sandstrände ohne Menschen und Strandkörbe laden zu langen Strandspaziergängen ein. Leider ist die Globalisierung auch schon hier angekommen. Nach den eingeschleppten Austern, die der Miesmuschel das Leben schwermacht, wurde jetzt auch noch die holländische WC-Ente am Strand entdeckt. Ein Bild dieses Exemplars, welches ich in einer Dänemark-Gruppe auf Facebook postete, stieß nicht auf Gegenliebe. Also ließen wir es auch sein, die Ente wieder in ihrem natürlichen Lebensraum Nordsee, zurückzuwerfen. Aber ganz im Ernst. Es ist sehr erschreckend wie viel Plastikmüll, Netze, Kanister etc. am Strand angespült werden.

Bunker, überall Bunker.

Weitere merkwürdige Sehenswürdigkeiten kann man gar nicht verfehlen. Egal wohin man sich an der Nordseeküste dreht, irgendwo steht immer ein verlassener deutscher Bunker, den man beim Abzug vergessen hat. Mitten am Strand, auf einer Kuhweide, in den Dünen oder auch im Vorgarten neben dem Trampolin. Wer Bunker mag, kommt hier auf seine Kosten. Der Däne hat sich damit ganz gut arrangiert und man kann sich viele Bunker ansehen. Zum Beispiel als Teil des Küstenzentrums in Thyborøn. Mit viel Glück legt ein feiner Sturm auch mal einen vergessenen Bunker über Nacht am Strand komplett frei. Hier geht es zum Artikel. Aber vielleicht ist das auch der Grund warum Deutsche nur schwer ein Fereinhaus in Dänemark erwerben können. Es stehen ja noch genug leerstehende in der Gegend herum.

Steile Treppen und das Ordnungsamt

So einen Bunker fand ich auch beim Leuchtturm Bovbjerg Fyr. Wobei mir dort eher die Treppenarchitektur an der Steilküste imponierte. In unserem Land wäre sofort ein amtliches Fahrzeug mit viel Flatterband vorgefahren und hätte den Ort weiträumig abgesperrt. Noch verwunderlicher ist, dass ganze zehn Meter weiter ein Seil von der Steilküste herabhing, an dem man sich wieder hochkämpfen konnte. War das jetzt für den Fall angebracht, dass die Treppe komplett abstürzt? Noch besser waren die entsetzten Blicke anderer ausländischer Touristen. „Wo wird man den hier bitte gesichert und warum zwingt uns denn keiner einen Helm zu tragen? Das müssen wir ja sogar beim Fahrradfahren! Und keine Schlange zum Anstellen? Hier stimmt was nicht.“ Unsere pubertierenden Jungs haben es tatsächlich geschafft, für einen Augenblick die Smartphones beiseite zu legen und ein Abenteuer zu erleben.

Anfassen erlaubt

Unseren letzten Tag verbrachten wir noch einmal im Küstencentrum Thyboroen. Der waagerecht fallende Regen von Südwest machte jeden Versuch zum Strand zu gelangen zunichte. Dänischen Museen finde ich total klasse. Alles ist auf Kinder zugeschnitten. So gut wie alles kann angefasst und ausprobiert werden. Hilfsbereite und nette Mitarbeiter und natürlich wieder Bunker. Viele Bunker. Zum Abschluss habe ich nochmal den Grill unterm Reetdachhaus angefeuert. In der Erwartung sofort Blaulicht und das Klicken der Handschellen zu hören. Aber auch hier konnte ich selbstbestimmt mein Würstchen braten und das Reetdachhaus steht noch immer. Ich mag dieses Land einfach. Zum Glück kann ich nächste Woche schon wieder zum Arbeiten herkommen.

Die Nebenkostenabrechnung für das Ferienhaus habe ich auch schonmal grob überschlagen. 35Euro Strom. Damit kann ich Leben. Morgen geht es wieder nach Hause. Wir kommen auf alle Fälle wieder.

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