Urlaub am Ringkøbingfjord Teil 2

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Urlaub am Ringkøbingfjord Teil 2

Hallo Moin Dänemarkfreunde. Lange habt ihr auf Kohlen gesessen und gewartet. Nun ist er endlich online. Teil 2 der Reise um den Ringkøbing Fjord. Während man im ersten Teil noch alles gut mit dem Fahrrad erreichen konnte, sind wir dieses Mal auf das Auto angewiesen. Und los geht’s. Dieser Beitrag könnte eventuell auch Werbung enthalten. (zu Teil1 )


1. Der WOW Park

Der WOW Park ? “Was ist das denn?”, habe ich mich gefragt. Gelesen hatte ich darüber schon bei den “Küstenkidsunterwegs” , aber so richtig hatte ich den nicht auf dem Zettel. Nach dem Tag im Park war ich dann auch der Meinung: WOW. Alleine die Tatsache, dass es den Park gibt. In Deutschland würde es sicherlich an einer handvoll Behörden scheitern. Allen voran der Popcorn-Aufsichtsbehörde. 

Hier röstest du dein Popcorn über offenem Feuer und die Kids lernen endlich mal, dass Popcorn nicht aus der Tüte oder dem Automaten im Kino kommt. Stockbrot gibt’s natürlich auch, sollte es jemand ganz auf die alte Schule wollen. 

Jetzt aber mal rein ins Vergnügen. Der Park liegt an einem alten Bauernhof und wurde in den angrenzenden Wald montiert und gebaut. Du kletterst in engmaschigen Netzen in die Bäume, spazierst dort oben und verschaffst dir einen Überblick. Oh, da hinten, das sieht aber interessant aus. Also nimmst du die Rutsche nach unten. Auf den ersten Blick sieht sie aus wie eine Bauschuttrutsche hierzulande. Aber mal ehrlich: Wer ist noch nie an einer Bauschuttrutsche vorbeigelaufen und hat sich gefragt, wie es denn wohl wäre? 

Also hangelt man sich nach den Rutschen über einige Affenschaukeln und unzählige Seilbahnen immer weiter, balanciert über Spanngurte und dann ist man angekommen. Was ist das denn? Halb Trampolin, halb Spinnennetz in den Baumwipfeln. Mit riesigen Gummibällen kann man Stunden dort oben verbringen. Fußball spielen oder einfach nur rumliegen. 

Aber es gibt noch so viel mehr zu sehen, dass man eigentlich den ganzen Tag dafür einplanen muss. Gerne erinnere ich mich an den Hügel mit den dunklen Tunneln. TR4 lief voraus, in der Hand mein Telefon mit Taschenlampe und ließ mich einfach zurück. Ich konnte die Hand vor Augen nicht sehen. Eine ganz neue Erfahrung. Oder das Labyrinth. Was bin ich mit TE3 auf den Schultern da durchgeirrt, um die ganzen Stationen abzulaufen (Ein Jahr freier Eintritt ist zu gewinnen!)? Und dann? Dann steigt sie von meinen Schultern, kriecht unter den Holzzäunen hindurch und lässt mich ganz allein zurück. Orientierungslos! 

Mittlerweile werden sogar „Hotelzimmer“ im Wald gebaut. Wie cool ist das denn bitteschön? Aus dem Bett auf die Affenschaukel. Was für ein toller Tag. Schade das wir schon weiter müssen. 

2. Kloster

Weiter geht die wilde Fahrt Richtung Ringkøbing. Da waren wir doch auch schon mal. Nette Brauerei, coole Altstadt und tolles Museum, aber wir fahren nur hindurch. Immer weiter Richtung Kloster. Hier gibt es einen Laden, in den ihr eure Frauen am Besten alleine hineinlasst. Oder noch besser, ihr verratet es ihnen einfach nicht. Solltest du nämlich ausnahmsweise nicht auf Schnick-Schnack stehen, bist du hier falsch. Im allerersten Dänemark Urlaub vor einem Jahrzehnt, da waren wir an gleicher Stelle und haben Tischuntersetzer mit dänischen Flaggen und einen Kerzenkreis mit Elchen gekauft. Die Untersetzer existieren immer noch. Nur die Elche haben die schiere Anzahl an Kindern einfach nicht überlebt. 

Am entspanntesten stellst du dich draußen hin und wartest – wie die anderen Männer.

3. Kryle

Weiter geht’s durch die Lodbjerg Hede, Richtung Kryle an den Strand. Warum denn ausgerechnet Kryle? Weil hier die meisten Bunker am Strand zu finden sind. Weil wir hier etwas weiter weg von Sondervig sind. Das hat für mich in etwa den Charme von Mallorca. Dort sind mir zu viele Menschen unterwegs. Und dann ist da noch der Hofladen Vestkystens Gardbutik. Hier kauft man regionale Spezialitäten wie hausgemachte Wurst, Käse oder aber auch Whiskey und selbstgemachtes Eis mit ausschließlich jütländischen Zutaten. Sehr lecker. 

Dann beginnt man seinen Spaziergang zum Strand und ahnt schon in den Hügeln, dass das hier eine größere Verteidigungseinrichtung des sogenannten “Atlantikwalls” gewesen sein musste. Und tatsächlich: eine kurze Recherche führt zu Tage, dass die „Ringelnatter“-Stellung zwar mit veralteten Kanonen und Personal besetzt war, jedoch einige Abschüsse alliierter Bomber auf dem Weg Richtung Deutschland abschießen konnte. Mehr dazu erfährt man im Ringkøbing Museum 

Die teilweise sehr gut erhaltenen Bunker kann man auf eigene Faust erkunden oder besteigen. Es sei denn, du möchtest eine geführte Bunkertour machen und noch tiefer in ein trauriges Kapitel Geschichte eintauchen. 

4. Lyngvig Fyr

Wenden wir uns langsam wieder Richtung Süden, lassen Söndervig an uns vorbeiziehen und sehen schon von weitem den Leuchtturm Lyngvig aus den Dünen leuchten. 

Ja, klar. Wir wollten Dinge erkunden, abseits vom Mainstream. Aber Leuchttürme gehen doch immer oder? Festhalten. Wir steigen die 228 Stufen hinauf, schubsen den Zwerg aus der Luke und genießen einen atemberaubenden Ausblick über die Dünen und die Nordsee. 

5. Hvide Sande

Auf dem weiteren Weg Richtung Süden fahren wir durch Hvide Sande. Viele verbinden dänische Nordsee mit dem Bild von Hvide Sande und auch ich bin geneigt dem zuzustimmen. Ein kleiner Aufstieg auf den Troldbjerg und man hat einen fantastischen Ausblick über die ganze Stadt, die Nordsee und den Fjord. Das örtliche Museum lassen wir mal links liegen. Obwohl du mit deinem Armband lebenslang Eintritt bekommst, rechtfertigt das für mich nicht den Eintrittspreis. Da bekommt man in Esbjerg viel mehr geboten. 

Aber Räucherfisch mussten wir uns hier noch einpacken. Der war echt lecker.

6. Blåbjerg Plantage

Wer jetzt meint, wir wären am Ende unserer kleinen Reise um den Fjord, der befindet sich auf dem Holzdampfer. Wir fahren Richtung Henne Strand. Aber da steigen wir nicht aus. Warum auch? Henne erinnert mich irgendwie an Sondervig. Hier sind mir schon wieder zu viele Menschen unterwegs. 

Ein Stück außerhalb von Henne liegt die Blåbjerg Plantage. Ein größeres Waldgebiet das Ende des vergangenen Jahrhunderts aufgeforstet wurde. Geprägt vom Sand und Dünen, erklimmt man hier schon richtige „Berge“ und genießt den Blick vom Aussichtspunkt. Stellenweise bis zur Nordsee. Hier fanden wir auch wieder einen Stein mit einer Metallplakette. Die hatte ich doch schon mal gesehen und vielleicht erinnert sich der eine oder andere an ein Bild aus dem Blog vom Limfjord? Eine ausführliche Recherche ergab, dass diese Steine mit den Plaketten geologische Messpunkte sind. Es gibt von ihnen ca. 360 in Dänemark. 2 haben wir schon gefunden. Fehlen also nur noch ein paar wenige. 

Solltest du ganz zufällig dein Pony oder dein Mountainbike dabei haben, wirst du hier richtig Spaß haben. Extra angelegte Wege für Biker und Reiter laden euch ein. Aber auch als Spaziergänger kommst du auf deine Kosten. Abwechslungsreiche Wege, Klettern und sogar Kunst im Wald. Hier ist alles dabei. Mein absoluter Geheimtipp, wenn du den überfüllten Stränden an der Küste entkommen möchtest 🙂

#NeverStopExploring
#NordischbyNature
#ostseeblogger

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