Nachthimmel über Dänemark

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Nachthimmel über Dänemark

Moin und Ahoi. Ich muss hier mal mit etwas Akutellem dazwischen. In Fachkreisen gilt die Insel Samsø ja als einer der dunkelsten Orte, die man in Europa finden kann. Ja, sogar Projekte, um diese Dunkelheit zu schützen, wurden auf den Weg gebracht und auch ich kam eines Nachts in den Genuss eines strahlenden Sternbildes Orion, wie ich es noch nie gesehen hatte. Aber dieses Paradies ist nun auch in Gefahr.


Nachthimmel über Dänemark

Am 31. Dezember hatte ich das Glück, dass sich die dichte Wolkenkette über Samsø endlich lichtete. Schon am Fährhafen waren die Winterausläufer der Milchstraße mit bloßem Auge sichtbar. Und was macht man sonst schon an einem Silvesterabend, außer zu fotografieren?
Ich drückte meiner verständnisvollen Familie ein Kuss auf die Wangen und begab mich zu dem Platz, den ich mir schon Tage zuvor ausgesucht hatte. Der Kanal, der die Insel teilte, an dem die Wikinger vor kurzem noch ihre Boote auf die andere Seite zogen. Aber die Geschichte erzähle ich euch ein ander mal.
Den Vordergrund meiner Aufnahme sollte das Gerippe eines alten Wikingerbootes bilden und für die Gegenwart hoffte ich auf ein Auto, das die Bäume beleuchten würde und ein paar Lighttrails zaubern würde. 

Nachthimmel über Dänemark

Leider war der Mond dann doch schon sehr präsent. Eine Woche vorher wäre es perfekt dunkel gewesen. Nun denn, man muss sich auch mit den kleinen Dingen zufriedengeben. Das Bild war auf der SD-Karte, ich jedenfalls schon am Zusammenpacken, da entdeckte ich am Horizont merkwürdige Lichterscheinungen, die auf meine Position zuhielten. Flugzeuge konnten es nicht sein, die blinken ganz gerne mal. Die ISS wäre vielleicht so ein Fall, aber das waren mehrere Lichtobjekte auf derselben Flugbahn, kurz hintereinander. Meinem ersten Impuls in den Graben zu springen und die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen, widerstand ich widerstrebend. 

Nachthimmel über Dänemark

Nachthimmel über Dänemark

War Donald T. nun endgültig ausgeflippt und hatte seine Silvesterraketen auf die Reise Richtung Osten geschickt? Nun, dann war eh nichts mehr zu tun, als staunend dem Schauspiel beizuwohnen. Schnell baute ich die Kamera wieder auf. Fokussieren ließ ich mal außer Acht, um dieses Schauspiel überhaupt noch auf den Sensor bannen zu können. Tatsächlich mehrere dicht aufeinanderfolgende Flugobjekte. Seltsam. 

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Wieder am Ferienhaus angekommen, schloss ich meine Kinder in den Arm, glücklich überhaupt noch am Leben zu sein. Ja, ihr könnt da ruhig schmunzeln, aber wenn man da in tiefster Dunkelheit allein im Wald steht und sich so etwas am Himmel abspielt, kann es einem schon eiskalt den Rücken herunterlaufen. 

Eine kurze Recherche ergab, dass es sich nicht um einen Atomkrieg handelt. Vielmehr wurden diese Objekte auch schon vor kurzem über Brandenburg gesichtet. Es handelt sich hierbei nämlich um Satelliten von Elon Musk . Ja ja, dem Typen von Tesla. Der betreibt ein Raumprojekt, was den Nachthimmel nachhaltig verändern wird. Die 30-40 Satelliten, die wir hier sehen, sind nur der Bruchteil eines viel größeren Projektes. Es steht die Zahl von bis zu 42.000 solcher Satelliten im Raum. Vorsicht Wortspiel. Jene sollen auch in den entlegensten Winkeln des Planeten für schnelles Internet sorgen. 

Ich, für meinen Teil, bin immer noch sehr erschrocken und entsetzt. Stellt euch mal vor, wie der Himmel aussehen würde, wenn all diese circa 200Kg schweren Satelliten am Firmament zu sehen wären. Kreuz und quer. Immer. Schrecklich. So werden dann also auch diese Darksky-Gebiete nutzlos werden und die Faszination Sternenhimmel für immer begraben.
Habt ihr diese Satelitten schon am Himmel entdecken können oder wohnt ihr vielleicht in einem Bereich mit viel Luftverschmutzung? Ich freue mich über Feedback. 

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