Ein Sommer Urlaub auf Langeland

Langeland

Koffer packen. Ein bisschen flotter, wenn ich bitten darf. Wir fahren nämlich in den Urlaub und in diesem Sommer nehmen wir euch mit auf die Insel Langeland. Ihr braucht auch gar nicht die Augen verdrehen, ich kann das sehen. Nur weil es nicht die Nordsee ist, heißt das nicht, dass es nicht schön wird. Also anschnallen bitte, wir fahren los.


1. Langeland

Die Insel Langeland ist eine lang gezogene Insel (Wer hätte das gedacht?) in der dänischen Südsee. 52 km lang und bis zu 11 km breit, ist sie über ein Brückensystem mit der Insel Fyn im Westen verbunden. Im Osten verkehren regelmäßig Fähren nach Lolland, sodass man auch recht schnell in die Hovedstaden Region vordringen kann. Aber warum nur Langeland? Nun ja, wir waren vor Jahren schon einmal über Weihnachten im größten Schneechaos der jüngeren Geschichte auf der Insel und fragten uns, wie denn wohl ein Urlaub im Sommer aussehen würde.

Hov

2. Die Anreise

Als alter Sparfuchs interessierte ich mich bei der Anfahrt besonders für den Kostenfaktor. Und da wir gerne als Großfamilie mit 2 Autos anreisen, macht sich das im Budget schon ein bisschen bemerkbar. Eine Anreise über Puttgarden – Lolland – Langeland hätte 2 Fährüberfahrten bedeutet und war mir schlichtweg zu teuer. Die alternative Straßenroute über Flensburg, Kolding, Odense war etwas zu lang, da entdeckte ich die perfekte Alternative. Hinter Flensburg über die Insel Als und von dort weiter mit der Fähre Richtung Fyn und dann weiter nach Svendborg und Langeland.

Als

Als

Der Plan war eigentlich genial: eine neue Strecke, ein bisschen die Umgebung erkunden, eine Fährfahrt für die Kinder. Aber als wir nach einer Anfahrt von sage und schreibe 7,5h Stunden vor unserem Ferienhaus standen, war der Plan in den Augen meiner Familie nicht mehr ganz so genial! Zu mal die Insel circa 77 km Luftlinie von unserem zu Hause entfernt ist.

Ferienhaus

Das Ferienhaus hob aber sofort die Stimmung. Kein Haus in einer typischen dänischen Ferienhaussiedlung. Nein, ein altes Bauernhaus, alleinstehend, mit Hof und einem riesigen Garten nebst fantastischer Aussicht. Nachbarn? Fehlanzeige. Der Blick fiel steil zur Küste hinab und das erste was wir sahen: die Color Magic der Colorline Line auf dem Weg nach Oslo. Was für ein majestätischer Anblick, wie sie sich gelassen durch den Belt schob.

Karte

Auf dem Weg nach Oslo

3. Die Umgebung

Unser Ferienhaus lag im Norden der Insel, nicht weit von der hübschen Hafenstadt Lohals entfernt und selbstverständlich mussten wir erstmal auf Erkundungstour gehen. Gleich um die Ecke ging es hinab zum Wasser und hier zeigt sich, warum ich die dänische Ostsee so liebe. Ein wenig rau im Wind aber die Landschaft wie gemalt.

Das Haus am Meer

Das Dänemark nicht viele Einwohner hat, stellte sich gleich danach heraus. Auf einer kleinen Nebenstraße spazierten wir zum nächsten Bauernhof um Kartoffeln und Eiern zu besorgen, die kann man hier nämlich an jeder Ecke direkt vom Erzeuger kaufen, da stoppte ein Auto und dann gab es erstmal fröhlichen Klönschnack auf dänsich, denn die beiden Wegelagerer waren Arbeitskollegen von mir. So klein ist Dänemark. Aber nun zu etwas Kultur!

Der Baum

4. Tranekær

Mitten auf der Insel Langeland liegt die Ortschaft Tranekær Sogn. Hier scheint die Zeit vor einigen Jahrhunderten stehen geblieben zu sein. Romantische Fachwerkhäuser versprühen einen ganz eigenen Charme und es würde nicht wundern, galoppierte der Schlossherr in diesem Moment vorbei, um an der Schlossmühle nach dem Rechten zu sehen.

Tranekær Søgn

Tranekær Kirche

Das gleichnamige Schloss ist die eigentliche Attraktion des kleinen Ortes. In roter Signalfarbe thront es hoch über dem Ort. Ein wenig blättert die Farbe ab, aber das ist kein Wunder, hier wird noch gewohnt. Die Familie Ahlefeldt-Laurvig lebt hier. Im Juli öffnet das Schloss seine Pforten für Führungen und man kann in eine großartige Familiengeschichte eintauchen.

Das Schloss

Das Schloss

Schließlich befindet sich das Schloss Tranekær seit dem 17. Jahrhundert im Besitz der Familie und ist heute als das älteste bewohnte Gebäude in Dänemark bekannt. Dafür ist der weitläufige Schlossgarten uneingeschränkt zu erkunden. Der ein oder andere erinnert sich vielleicht, dass wir hier schon einmal im Schnee durchmarschiert sind. Auf dem Schlitten haben wir Feuerholz mitgenommen und ich hatte die Befürchtung, dass noch irgendwo Fahndungsbilder von uns hängen könnten. Nun war es aber Sommer und die geringe Gebühr zum Betreten des Anwesens entrichten wir gerne. Das läuft wie so vieles in Dänemark auf Vertrauensbasis. Entweder mit Bargeld oder das in Dänemark verbreitete Mobilpay mit dem Smartphone.



Als beliebtes Ausflugsziel wird der Schlosspark von der Gesellschaft TICKON verwaltet. 20 bekannte internationale Künstler haben Werke aus natürlichen Ressourcen erschaffen. Zum Beispiel ein riesiges Einhorn oder den umgekippten Korb. Die Kunstwerke werden nicht repariert, stattdessen entstehen neue Werke während die Älteren dem Zahn der Zeit ausgeliefert sind und langsam verschwinden. Eine starke Demonstration der Vergänglichkeit. Ich musste meine zwei Zwerge ein paar mal davon abhalten, solche Kunstwerke mit den Händen abzutragen und das Rad der Zeit zu manipulieren.



Durch den Park führen verwunschene Wege, die natürlich alle auf einer Broschüre eingezeichnet sind. Die meisten liegen jedoch am Pfad um den See. Sichtachsen und Plattformen lassen das Schloss immer wieder in den Vordergrund rücken. Ja, gut. Ein wenig Rückschnitt könnte stellenweise schon sehr sinnvoll erscheinen. Ein wunderschöner Spaziergang, den man ganz sicher mal im Herbst erleben sollte, wenn sich das Laub färbt und der Waldboden diesen unnachahmlichen Geruch nach feuchter Erde versprüht.

5. Hov

Nach diesem kulturell doch anspruchsvollen Programm und dem Wandeln auf vergangenen Pfaden und Urlauben, wollten wir nur noch ins Wasser. Diesmal führte uns der Weg in die Gemeinde Hov zum Nordstrand. Der Strand ist hier noch ein Strand. Mit Steinen, Algen und allem, was dazugehört. Einem kleinen Badesteg und wenn man den Wegen folgen würde, man käme am Leuchtturm Hov Fyr heraus. Und siehe da, pünktlich wie die Maurer kam auch hier wieder die Color Magic Richtung Oslo vorbei, um dann im Dunst der Ostsee unter der Großen Belt Brücke zu verschwinden. Im Schlepptau den ein oder anderen Tanker.

Hov

Ein Geheimtipp ist der kleine Ort Hov. Wenn man direkt von der Kurve im Ort in Richtung Westküste spaziert, kommt man unweigerlich auf der Frankeklint heraus. Neben einem kleinen verwunschenen Leuchtfeuer (nicht verwechseln mit Hov-Fyr) befindet sich hier einer dieser Steine, von denen ich schon einmal geschrieben habe. Aber viel fantastischer ist die Aussicht Richtung Fyn und auf den großen Belt. Oder etwa nicht? Jetzt aber schnell zurück zum Anwesen. Der Tag neigt sich dem Ende.

Frankeklint

Frankeklint

Das war der erste Teil der Langeland Saga. Im nächsten Teil erkunden wir ein bisschen den Südteil der Insel und wagen uns auch mal in die Stadt.



#NeverStopExploring
#NordischbyNature
#ostseeblogger



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