Der Kölner Triathlon 2019

Kölner Triathlon

Ja, liebe Leser. Es war mal wieder an der Zeit . Der legendäre Kölner Triathlon stand an. Diejenigen von euch, die von Anfang an mitlesen, wissen ziemlich genau, dass ich keine 42 Km gerannt bin. Vielmehr handelt es sich hier um eine höchst interessante Disziplin, in möglichst kurzer Zeit von der Ostseeküste nach Köln und wieder zurückzukommen.


1. Der Plan

Aufgrund völlig undurchdachter Planungen und Bestellungen war ich im Besitz von personalisierten Karten für die diesjährige Gamescom. Die legendäre Computerspielmesse in Köln. Verkaufen ging nicht, also versuchte ich mit TJ21 und LA20 möglichst sparsam ans Ziel und wieder zurück zu kommen. Wenn du also bekennender Klimafanatiker und Greta-Supporter bist, liest du jetzt am besten nicht weiter. Du würdest die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Für alle anderen: Viel Spaß!

2. Die 1. Etappe: Ostsee – Hamburg Airport

Wir starteten unsere Reise am frühen ‪Morgen des 24.‬ August um 3:30Uhr Ortszeit an der schönen Ostseeküste. Noch schnell eine Brise Seeluft für unterwegs eingepackt und einen riesigen Becher Kaffee in die Hand, schon waren wir auf der Autobahn Richtung Hamburg. Die schwedische Staatskarosse parkten wir taktisch klug in Wurfweite zum Hauptbahnhof. Leider machte sich im Parkhaus der exzessive Kaffeemissbrauch stark bemerkbar und ein Teilnehmer unserer Reisegruppe musste so schnell wie möglich eine Toilette aufsuchen. Aus diesem Grund ignorierten wir auch die eigens aufgestellten Warnhinweise, doch bitte das Parkticket immer am Mann zu führen. Aber dazu später mehr. Man mag gar nicht glauben, wie schwer es fällt, mitten in der Nacht eine frei zugängliche Toilette zu finden. Fragen kostet nichts und ein freundlicher Sicherheitsbediensteter zeigte uns die einzige Möglichkeit im Restaurant zur goldenen Möwe auf. Darauf hätte man ja auch eher kommen können. Aber nicht mit 10 bar auf dem Kessel.

Hamburg Hauptbahnhof

Mit Ach und Krach erreichten wir noch die anvisierte Abfahrt der S1 Richtung Airport. Zwischen Flugreisenden und Partyopfern (Hier zeigte sich mal wieder was die Nichteinnahme von Kaffee auf den menschlichen Körper für Auswirkungen haben kann) eingequetscht, erreichten wir den Flughafen.

Kaffeeentzug

Zum Glück hatte ich in meiner wochenlangen Planung genügend Zeitfenster eingerechnet. Nicht nur das wir erneut eine Toilette aufsuchen mussten, nein, irgendwer vergaß zu erwähnen, dass ab morgens ‪um 6:00 Uhr‬ halb Schleswig-Holstein die Urlaubsflieger besteigen möchte. An der Sicherheitsschleuse erwartete uns eine legendäre Menschenschlange, die sich alle durch den 3 Sekunden Körperscanner quetschen mussten. Welch eine Symphonie von unterschiedlichsten Körpergerüchen mir dort entgegenschlug, ich werde es wohl nie vergessen.
Endlich waren wir im Boarding Bereich eingetroffen. Natürlich wurde das Gate kurzfristig noch einmal geändert und im Laufschritt durchquerten wir den gesamten Flughafen ein weiteres Mal. Zeit für einen neuerlichen Toilettenbesuch war aber dennoch, bevor wir endlich das Flugzeug besteigen konnten.

Der Flieger

3. Die 2. Etappe: Hamburg Airport – Düsseldorf Airport

Für meine beiden Begleiter sollte es der erste Flug in ihrem Leben sein. Ich war da schon etwas routinierter und konnte mit der ganzen Erfahrung von 2 Flugreisen punkten. Ich war so entspannt, dass ich sogar ganz vergaß den Fensterplatz für mich zu beanspruchen.

Dennoch gibt es scheinbar Leute, die noch öfter fliegen als ich. Das weibliche „Drogenopfer“ etwa. Eine junge Frau, die kaum das sie auf dem Platz saß, in sich zusammenfiel und nach der Landung geweckt werden musste oder die routinierte südländische Familie, in der die Mutter den ganzen Flug über von Hustenanfällen geplagt wurde. Horrorszenarien aus Virenthrillern liefen schon vor meinem inneren Auge ab. Doch der Flug mit der aufgehenden Sonne war schon etwas ganz besonderes. Ich musste mich auch arg zusammenreißen bei der geglückten Landung nicht zu applaudieren. Flugroutine. Ihr wisst schon.

Der Flieger

Na? Wer kann das HSV Stadion auf dem Bild entdecken?

4. Die 3. Etappe: Düsseldorf Airport – Köln Messe/Deutz

Man soll es nicht glauben aber die schönste Toilette der Reise begegnete uns tatsächlich auf dem Düsseldorfer Flughafen. Was für ein Augenschmaus und auch wirklich sehr sauber. Also wenn ihr mal in Düsseldorf seid …. . Via Sky Train, einer Magnetschwebebahn, und dem anschließenden Regionalexpress erreichten wir die Kölner Messe ‪gegen 9:30 Uhr‬ und riefen frohlockend: „Oh, sieh da. Eine Schlange! In die reihen wir uns doch gern ein.“

Sky Train Düsseldorf

eine Schlange

5. Gamescom

Freundliches Ordnungspersonal reichte uns kostenfreies Wasser in Pappverpackungen und wir griffen gierig wie Marathonläufer auf dem Schlussspurt zu. Aufgrund der Flüssigkeitsbestimmungen hatten wir nicht so viel Wasser mitnehmen können und auch der Rasierschaum musste leider zu Hause bleiben.

In den Hallen der Gamescom 2019 ließen wir uns mit der Masse treiben und sogen die Atmosphäre der Veranstaltung auf. Besonders die Cosplay-Verkleidungen waren immer wieder ein Hingucker. Also die Leute, die sich in den Kostümen ihrer Helden über die Messe kämpfen. Mein Highlight waren mitnichten die leichtbekleideten Frauen, mir hatte es eher Chewbacca beim Handy-Suchten angetan.

Chewbacca

Natürlich haben wir auch ein paar Spiele angespielt. Landwirtschaftssimulator zum Beispiel. Ich darf wohl mit Fug und Recht behaupten, dass ich eine Koryphäe auf dem Maishäcksler bin. Bei der Heuballenpresse eher nicht so, die hab ich auf dem Feldweg verloren. Die großen Blockbuster Spiele haben wir links liegen lassen, Wartezeiten von mehreren Stunden stehen ganz weit unten auf der Prioritätenliste.

Der Maishäcksler

Wobei ich mich an den Besuch der Gamescom vor 2 Jahren erinnern kann. In einer kleineren Nische wurde da eines der berühmtesten Spiele der heutigen Zeit vorgestellt. Ganz ohne Wartezeit. Ja, ich spreche von dem bösen Spiel mit „F“, dass eure Lütten so gern zocken.

Fortnite

Zum Schluss hab ich mich noch ein wenig mit der Zukunft beschäftigt und Virtual Reality ausprobiert. Ich muss sagen: fantastisch. Ich sollte mich im Regen auf einem Holzbrett in Richtung eines virtuellen Daches vortasten. Der Helm und der eingespielte Regen suggerierten mir aber, dass das Holzbrett viel länger sei als das, auf dem meine Beine im wahren Leben unterwegs waren. Und so stürzte ich beinah über die Dachkante und konnte mich nur durch wildes Armrudern retten. Sehr zum Gelächter meiner Töchter. Und dann war Schluss. Man ist einfach nicht mehr aufnahmefähig und wir hatten alle Hallen zweimal besucht. Zeit zum Gehen. Hätte ich gewusst, dass wir klimatisierte Räume gegen Saharahitze eintauschen, wäre ich geblieben.

6. Messe – Kölner Dom

Auf dem Weg Richtung Rhein stolperten wir ,dem Hitzetod ziemlich nah, über den Köln Triangle, das höchste Gebäude auf der rechten Seite des Rheins. Um dem sicheren Hitzetod zu entkommen, flüchteten wir in das Gebäude und kauften Tickets für die Aussichtsplattform. Was für eine grandiose Aussicht sich hier über die Stadt bietet, fantastisch. Leider ohne Dach, weswegen wir nach dem Staunen Richtung Rhein liefen und Zuflucht unter der berühmten Hohenzollernbrücke suchten. Diese scheint ein besonderer Spot für Junggesellenabschiede und auch für Fahrradschlösser zu sein.

Köln von oben

Hohenzollernbrücke

War ja aber nur der Weg zum Kölner Dom. Warum nicht noch ein wenig Geschichte auf dem Weg zum Bahnhof mitnehmen? Was für ein majestätisches Gebäude. Nicht nur aufgrund seiner Architektonik, vor allem war es angenehm kühl im Inneren des Doms. Beeindruckt schauten wir uns um und konnten sogar vom domeigenen Sicherheitsdienst überrascht werden, der sich anschickte, rigoros gegen Vieltelefonierer vorzugehen. Richtig so, denke ich. Ein bisschen Respekt und Ehrfurcht kann man schon an den Tag legen. Zeit langsam nach Hause zu fahren.

Kölner Dom

7. Köln ‪Hauptbahnhof – Hamburg‬ Hauptbahnhof

Wir waren rechtzeitig am richtigen Bahnsteig. Nur der Zug fehlte irgendwie. Aufgrund eines medizinischen Notfalls in einem anderen Teil der Republik verspätete sich unser Zug massiv. Nun ja, so hatten wir ein bisschen Zeit in der Hitze zu schmoren und etwas glutenfreies Essen konnte ich auch noch auftreiben. Es gab mein Lieblingsgericht: Ganze Fleischwurst an Käse am Stiel. Sehr, sehr Lecker.

Abendessen

Mit einstündiger Verspätung verließen wir Köln in Richtung Hamburg und spätestens jetzt entwickelte sich ein regelrechtes Wettrennen gegen die Zeit. Oder sollte ich sagen: gegen die Fahrkostenrückerstattung in Höhe von 25% ab Verspätung über 60 Minuten. In Bremen waren es derer nur noch 56. Spannung bis zum Ende. Letztendlich liefen wir 66 Minuten nach planmäßiger Ankunft im Hauptbahnhof ein. Eine meiner spannendsten Zugfahrten ever!

Heimfahrt

8. Hamburg Hauptbahnhof – Ostsee

Ein weiterer Grund für die aufregende Zugfahrt: In einem dringend benötigen Powerschläfchen fiel mir der Text am Parkhaus wieder ein. Parkticket immer am Mann führen. Plötzlich wusste ich auch warum. Das Parkhaus schließt ‪von 22:00 – 4:00 Uhr‬. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Sollte der Triathlon etwa so enden? Mit einer unfreiwilligen Übernachtung vor dem Parkhaus?

Ich schickte die Mädels nach der Ankunft abermals zum Restaurant mit der goldenen Möwe und bezog Stellung vor dem Parkhaus. Lauschte den Disco Klängen ein paar Etagen tiefer und fand einfach keine Möglichkeit in das Parkhaus zu kommen. Langsam fröstelte es mich etwas und ich begann schon langsam die Kölner Hitze herbeizusehnen, als ein junger Mann im Hawaiihemd und Rollkoffer das Parkhaus ansteuerte. Natürlich wolle er mich mit hinein nehmen, aber erst muss der „blöde“ Automat doch „verdammt noch mal“ die 3 Euro Rabatt ausspucken, die einem mit der Bahncard zuständen.

Im Parkhaus beglückwünschten wir uns noch zu unseren Wohnorten im schönen Kreis Ostholstein ehe unser freundlicher Retter in seinen gelben Lamborghini stieg und brüllender Weise ausparkte.

‪1:30 Uhr. Nach 22 Stunden auf den Beinen und einigen spektakulären Erlebnissen, erreichten wir wieder die Ostsee. Gerade noch rechtzeitig, ehe Entzugserscheinungen von der Ostseeluft Auftreten können. Glück gehabt. ‬

Und jetzt zu euch: Habt ihr auch schon mal so was Wahnsinniges veranstaltet oder seid ihr eher bodenständig? Oder gar Klimaschützer?



#NeverStopExploring
#NordischbyNature
#ostseeblogger



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