Urlaub am Lammefjord und der dänischen Riviera

Lammefjord und dänische Riviera

Hej, liebe Dänemarkfreunde. Die Dorfworker-Familie war mal wieder im Urlaub. Ausnahmsweise ging die Reise mal nach Dänemark. Diesmal wollten wir uns Westsjælland ansehen. Immer nur die Westküste, wird auf Dauer langweilig. Das ist die Region westlich von Kopenhagen und landschaftlich besonders reizvoll. Also, Nordseefreunde, steigt mal von der Düne herunter, wir fahren an die „Dänische Riviera“!


1. Der Lammefjord

Wir haben uns für ein Ferienhaus am Lammefjord entschieden, weil wir uns ganz spontan in das Haus verguckt hatten. Ein großer, offener Garten mit Zugang zum Wasser. Freier Blick auf den Fjord und ein Ferienhaus mit Jagdhüttenfeeling. Außerdem gab es in Sichtweite einen Badesteg und Fotografien am Steg haben immer etwas ganz besonderes. Also stand ich mit gekreuzten Fingern bei der Auswahl hinter meiner Frau. "Steg, Steg, Steg… ."

Jagdhütte

Sommerhaus am Lammefjord.



Das wir in einer der schönsten Regionen Dänemarks landen würden, konnten wir ja nicht ahnen.

Der Lammefjord ist eine Region westlich von Kopenhagen und nordwestlich von Holbæk gelegen. Er umfasst eine Bucht im Isefjord und einen, 6000ha großen, trockengelegten Fjordteil in der Kommune Odsherred.

Ursprünglich war dieser Teil Dänemarks nur eine Halbinsel, die nur durch einen schmalen Durchgang mit Seeland verbunden war. Bewacht wurde diese Enge von Schloss Dragsholm.

1873 kam der Lehnsbaron Zytphen-Adeler auf die Idee Teile des Fjords trockenzulegen. Diesen konnte man ohnehin bei Niedrigwasser in weiten Teilen durchwaten. Etliche Entwässerungskanäle wurden in Handarbeit und nach Austrocknung mit Pferdekraft angelegt.

Entwässerungskanäle

Entwässerungskanal bei Audebo



Bei Audebo wurde eine Pumpstation eingerichtet die auch heute noch die tieferen Gegenden des Fjords entwässert. 1mm Niederschlag im Fjordgebiet, bedeuten 60000m3 Wasser, das wieder abgepumpt werden muss.

Pumpenstation Audebo

Pumpenstation bei Audebo

Grabstätte

Grabstätte des Initiators Graf Zytphen-Adeler beim Højderygstien



1943 war es soweit. Der Wasserstand von -7 Metern war erreicht. Das trockengelegte Land wird heute überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Auf dem ehemaligen, fruchtbaren Meeresboden finden sich viele besondere, regionale Produkte. An einem Hang etablierte sich sogar ein Weinberg.

Weinberg

Ein Weinberg mitten in Dänemark



Deutlichstes Zeichen für das Terraforming ist die Straße nach Fårevejle. Eine schnurgerade Straße die, die Landschaft deutlich durchschneidet und nicht so recht in das Landschaftsbild passen möchte.

So viel zur Geschichte. Mehr zum Thema gibt es hier zu lesen.



2. Der Schrebergarten

Besonders auffällig an unserer Reise war das Fehlen, jeglicher deutscher Kennzeichen. Das erste Mal trafen wir an Tag 5 auf eine andere Urlauberfamilie. Bezeichnenderweise waren wir beide schon vor der Öffnungszeit eines Museums vor Ort. Aber dazu mehr in Teil 2.

Hier werden die Ferienhäuser zum überwiegenden Teil selbst von Dänen benutzt. Die strategisch günstige Lage vor den Toren Kopenhagens und Roskildes sorgt dafür, das hier viele Sommerhäuser in privater Hand sind und selbst genutzt werden.
In etwa wie in Deutschland die Schrebergärtensiedlungen. Nur sind die Grundstücke und Häuser etwas überdimensionierter. Anstatt einer einfachen Laube stellt man sich hier einen halben Palast in den Garten. Farbe, Dacheindeckung und Hausform, völlig egal. In Dänemark ist alles bunt.
Zum guten Ton gehört natürlich auch ein Aufsitzrasenmäher. Der wird dann auch gerne mal mittags angeworfen und in alter Seemannsmanier mit Pfeife im Mund, stundenlang über das Grundstück getrieben. Fahrverbote am Sonntag oder in der Mittagszeit gibt es nicht. Aber bitte nicht vor 9.30Uhr morgens loslegen und bis 18:00Uhr fertig sein. Dann wird gegrillt!

Wenn du also gerne den Geruch von frisch gemähtem Rasen in der Nase hast, über gelegentliches Knattern hinwegsehen kannst und einen der schönsten Sonnenuntergänge über dem Fjord beobachten möchtest, bist du hier genau richtig.

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang im am Sommerhaus



Der Steg

Nachts auf dem Steg



3. Was man außer Rasenmähen sonst noch so macht.

Der Lammefjord bietet sich auch perfekt als Ausgangspunkt für viele Unternehmungen in die Region an. Ein Tagesausflug nach Kopenhagen? Kein Problem, in einer knappen Stunde ist man mitten im Zentrum einer der schönsten Städte der Welt.

Oder wie wäre es mit Roskilde? Die Domkirche ist der traditionelle Hotspot und Begräbnisort der dänischen Könige und natürlich UNESCO Weltkulturerbe. Das Wikingermuseum in Roskilde? Eine besondere Empfehlung für Familien. Kinder bis 17 Jahre haben freien Eintritt und Anfassen ist auch erlaubt!

Gleich um die Ecke liegt die kleine Hafenstadt Holbæk. Ideal zum Bummeln in der Innenstadt, nicht weit vom Wasser. Das bleibt ja auch nicht aus, wenn Großteile der eigenen Familie, erwachsene Frauen sind. Von hier aus fahren auch die Fähren auf die Insel Orø im Isefjord. Einen besonderen Blick auf die Stadt genießt man von der anderen Seite aus dem verschlafenen Örtchen Hørby.

Holbaek

Der Hafen von Holbæk



Holbaek, Blick von Hoerby

Blick von Hørby auf Holbæk



Weiter im Norden findet sich Sjællands Odde. Eine schmale Landzunge die auch als Feriengebiet bekannt ist. Die Anzahl ausländischer Kennzeichen erhöht sich hier wieder rapide.

Vom letzten Ende der Odde verkehren hier die Fähren Richtung Åarhus und Ebeltoft. Kleine Fischerorte mit Blick auf den Kattegat oder Höhenzüge mit fantastischem Blick über die Buchten der dänischen Riviera wechseln sich hier ab.

Sjaellands Odde

Sjællands Odde



Havneby

Havneby auf Sjællands Odde



Das war der erste Teil. Der zweite folgt so ... in einer Woche! Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Vorgeschmack auf die dänische Riviera geben. Im zweiten Teil tauchen wir etwas tiefer in die Region ein. Havneby, Asnæs, der Højderygstien und was ist eigentlich eine Vejkirke?



Højderygstien

Ausblick vom Højderygstien



Vejkirke

Vejkirke



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