Treppensteigen für Einsteiger

Treppensteiger

Hallo Moin. Heute wieder mit Neuem aus der Familie. Ich war seit langem wieder mal in der alten Heimat. Ein Wochenende vollgepackt mit Impressionen, einem Unfall, dem Besuch in der Notaufnahme und einem bösen „Maler.“ Aber wie immer gilt: Hauptsache den Kindern geht es gut.


1. Das Outing

Einige haben es sicher schon geahnt, andere haben mich schon einmal gehört, als ich den Mund aufmachte, ich bin kein geborener Norddeutscher. Puh, jetzt ist es raus. Ich bin in Dessau-Rosslau in Sachsen-Anhalt aufgewachsen. Große Teile meiner Familie leben dort und jetzt wurde es mal wieder Zeit für einen Besuch. Anlässlich des 80. Geburtstages meiner Oma. Ach ja und wegen der Eisschollen. Wie ich erfuhr, führte die Elbe mal wieder Eis. Das ist in den letzten Jahren recht selten geworden. Also haben wir alle Kinder, Wechselsachen und Kamera ins Auto gepackt und sind in die alte Heimat gefahren. Dessau liegt taktisch günstig an der Elbe. Für Leute von der Küste, lässt es sich dort also ein, zwei Tage aushalten.

Eisschollen Elbe

2. Der Unfall

Gleich am Freitag gab es den ersten großen Fauxpas. Wir haben uns spontan bei meiner Schwester zum Kaffee eingeladen. Ich hatte das Haus noch nie gesehen, die Kinder und die Kids meiner Schwester, haben sich auch sehr aufeinander gefreut.
Tante L. ist schließlich die große Heldin unserer Tochter TE2. Sie näht die vielen Sachen und die heissen dann auch Tante L. Egal, ob es eine Tasche für Haarspangen ist oder eine Büchertasche. Alles Tante L.
Besagte Tante L. lud mich dann auch zur Hausbesichtigung ein. Die Hälfte der Treppe hatte ich geschafft, da kam aus dem ersten Stock die Order Windelbeutel mitzubringen. Als Nächstes war ich wieder unten. Auf dem Fußboden.
Die Hausbesichtigung wurde abgebrochen, eine Besichtigung der Notaufnahme stand als nächster Tagespunkt auf dem Plan. Eine aufgeregte Oma B. transportierte mich ins Kreiskrankenhaus Zerbst. Besser bekannt aus Emergency Room.
Hier gibt es den deutschlandweit, ersten Warteraum mit funktionierdem Fernseher. Nach "4 Hochzeiten... " und "Zwischen Tüll und Tränen", sahen wir die Leidensgeschichte eines Katers in der "Tierarztpraxis". Leider schaffte es der Kater nicht. Im Gegensatz zu mir. Ich habe die fürchterlichen Schmerzen überlebt.
Ich war scheinbar nicht der einzige, der bei meiner Schwester die Treppe heruntergefallen ist. Ein älterer Mann mit Knieschaden und ein noch älterer Mann mit Pflaster im Gesicht, hatten wohl auch eine Hausbesichtigung im Hause Tante L. und tummelten sich im Emergency Room. Unten habe ich versucht den Unfallhergang nachzuvollziehen.

Die Treppe

3. Der Skifahrer

Ich bin jetzt stolzer Besitzer eines Skidaumens. Eine typische Skifahrerverletzung, die man sich im Wintersport zulegt. Ich für meinen Teil stand seit fast 30 Jahren auf keinem Ski mehr, kann mich nun jedoch eines solchen Daumens rühmen.
Meinen ursprünglichen Plan, heute wieder arbeiten zu gehen, kickte der lokale Orthopäde sofort in die Tonne.
Merkwürdigerweise lässt sich mein Daumen jetzt in einem unglaublichen Winkel zurück klappen. Das hat natürlich den Vorteil, das ich jetzt in Ecken komme, die mir bisher Verborgen waren. Ich beehre jetzt erstmal meine Familie mit meiner Anwesenheit.

4. Die Feier

Am Samstag kam, dann das eigentliche Highlight weswegen wir die Reise nach Dessau unternahmen. Meine Oma feierte ihren 80. Geburtstag im legendären Kornhaus an der Elbe. Geladen, neben den zahlreichen Enkeln, waren alle, die Rang und Namen in der Familie haben. Auch eine Cousine meines Vaters war anwesend. Passenderweise erholte sie sich auch von einem Skidaumen. Zugezogen beim Skifahren.
Cousine B. nahm mir auch meine optimistischen Gedanken am Montag wieder zur Arbeit gehen zu können. Die Feier war sehr schön. Die Kinder waren mit ihren Stempeln und Puzzeln beschäftigt und die Erwachsenen klönten fröhlich und genossen das Buffet. Seealgensalat hatte ich in der Form noch nie probiert, schmeckte aber sehr lecker. Auf alle Fälle Glutenfrei. Auch der schönste Tag geht einmal zu Ende. Die Geschenke wurden eingepackt und irgendwie landete auch die Dekoration des Restaurants in irgendwelchen Taschen. Aber im Großen und Ganzen haben wir uns gut benommen.
Eine Abordnung der Familie machte sich bei bestem Wetter zu Fuß auf den Weg und probierte noch fröhlicher weise das Eis auf dem Kühnauer See aus. Jedenfalls so lange bis Onkel A. dermaßen heftig in eine Luftblase trat, bis das Wasser kam.
Notfallmäßig wurden alle Kinder und Opas vom Eis beordert.

Men%C3%BC

Kornhaus

Auf dem Eis

5. Die Feier nach der Feier

Nach der Feier ist vor der Feier. Die Kinder sind irgendwann müde und so haben wir uns überlegt, bei Tante L. eine kleine Übernachtungsparty zu veranstalten. Alle kleinen Kids zusammen in einem Zimmer. Die großen Kids zusammen und die Eltern haben sich erstmal Pizza bestellt.
Eine Premiere gab es auch noch. Mein Schwiegersohn K., seines Zeichens Freund von TJ19 wurde in die Gepflogenheiten einer ostdeutschen Familienfeier eingeführt.
Bewaffnet mit seiner eigenen Flasche Korn erwartete er die Dinge die, da kamen.
Der Abend wurde anhand etlichen Bildmaterials am nächsten Tag rekonstruiert. Ich versuchte wohl zweimal mit meinem Kopf die Regenrinne zu zerstören. K. schaffte die ganze Flasche Korn alleine und heißt jetzt „Flasche-Korn“. Walter Ulbricht war auch noch zu Besuch und hat die Reste vom Buffet vernichtet.
Tante L. und ich unterhielten die Gäste mit einer Parodie von Ronja der Räubertochter und am Ende sind alle gut ins Bett gekommen.
So schlimm kann es nicht gewesen sein, ich bin ausnahmsweise mal keine Treppe hinuntergefallen und den Kids geht es auch gut.

Die Feier nach der Feier

Eine kleine Rekonstruktion der Ereignisse. Walter Ulbricht wird hier vom Weihnachtsmann gespielt.

6. Die Abreise

Am Sonntag stand die Heimreise auf dem Programm. Mittags war die Zielvorgabe. Die verschob sich etwas nach hinten. „Flasche-Korn“ war einfach nicht zu wecken. Als dann endlich alle großen und kleinen Kinder in den Autos verstaut waren, ging die Reise los.
Unsere endete an der Tankstelle um die Ecke. Der Fehler im Display ließ nichts Gutes vermuten. „Motorleistung reduziert“. Mit rasanten 17 km/h schleppten wir uns zurück zum Haus von Tante L. Während die Landschaft an mir vorbeizog, überschlug ich kurz die Reisedauer. 26 Stunden bis zu Hause ohne Toilettengang, erschien mir dann doch etwas unrealistisch.
Am Haus wartete schon das kompetente Fehleranalyseteam in Form meines Schwagers und meines Vaters. Der Fehler wurde noch lokalisiert, bevor ich aus meiner Tür mit Kindersicherung befreit wurde. Der „böse Maler“ (O-Ton TR4) hatte das Kabel zum Turbolader gekappt.
Was der „Maler“ nachts in unserem Auto zu suchen hatte, ließ sich bis heute nicht rekonstruieren. Während der freundliche Autoschlosser vom ADAC unseren Turbo reparierte, gab es für die Kinder improvisiertes Mittag in Form von Dinosaurier Nuggets. Irgendwer missachtete noch eklatant seine Aufsichtspflicht und achtete nicht darauf das sich TE2 seit einer halben Stunde die Hände wusch. Das Kind war jetzt sauber. Die Klamotten rochen nach Seife und der Boden war auch gewischt. Zeit für die Heimreise. Die Reisezeit verringerte sich eklatant von 26 Stunden auf ganze 4 Stunden. Wir schafften es rechtzeitig zum Tatort.

Abschließend betrachtet, lässt sich sagen: Richtig tolles Wochenende. Wir kommen wieder!

#NeverStopExploring
#NordischbyNature



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