Papa ist meine beste Freundin

Papa

Einmal mit Profis arbeiten, dachte ich mir als ich das Fliegenschutzgitter zusammensetzen wollte. Einmal mit Profis arbeiten, dachte sich meine Frau als ich den Kindern Frisbee beibringen wollte. Einmal mit Profis arbeiten, schimpft mein Sohn vor sich hin, wenn er durch den Garten läuft. Von wem er das wohl hat?


1. Die Sprache

Es ist schon sehr erstaunlich wie sich Kinder entwickeln, wenn man permanent mit ihnen kommuniziert. Natürlich spielt auch die Anzahl der kommunizierenden Personen eine Rolle. Zu Stoßzeiten kommen wir auf ganze sieben Leute, die in verschiedenen Lautstärken, aufgeregt miteinander kommunizieren. Dass man dabei eigentlich sehr bedacht auf seine Ausdrucksweise sein sollte, beschreiben die folgenden Beispiele.
So kann es schon mal vorkommen, dass dir in unserem Garten eine zweijährige entgegenkommt, die dir unvermittelt entgegenschleudert: „Das geht mir auf den Sack!“ oder ein vierjähriger der verzweifelt vor seiner Werkzeugkiste steht, die Arme in die Hüften stemmt und schimpft: „Einmal, nur ein einziges Mal, möchte ich mit Profis arbeiten! Das kann doch nicht so schwer sein!“ Wer den Blog aufmerksam verfolgt, wird schon wissen von welcher beeindruckenden Gestalt die Kinder sich das abhören.
Dann aber wiederum strahlen dich zwei blaue Augen an und sagen: „Papa ist meine beste Freundin!“ Das geht natürlich runter wie Öl! Getoppt wurde das Ganze aber in dieser Woche beim Waschen.
„Papa?“
„Ja mein Kind?“
„Du bist meine Prinzessin!“

Einfach nur Wow!

2. Die Farben

In unserer Familie gibt es strikte Aufgabenteilungen. Was ich überhaupt nicht machen darf, ist das Beladen der Waschmaschine und das Bereitlegen von Kindersachen. Kritisch wird es natürlich dann, wenn die Bekleidungsbeauftragte nicht zur Verfügung steht. Letzten Freitag trat dieser äußerst seltene Fall ein. Ich fasste mir ein Herz und holte für TR4 weiße Socken aus dem Schrank. Nach dem Fußballtraining waren wieder einige Farbkundler anwesend und schlugen die Hände über dem Kopf zusammen. Rosa Socken auf dem Fußballplatz? Oh mein Gott. Also für mich sind sie heute noch weiß.
Das erinnert mich an meine eigene Schulzeit. Da hatte ich auch eine tolle, weiße Kordhose, die ich zu meinen Lieblingssachen zählte. Bis zu dem Tag, an dem ich in der Schule ausgelacht wurde, weil die Hose nicht mehr weiß war. Die war Rosa. Aber das konnte ich ja mit meiner Farbschwäche nicht sehen. Frag mich heute noch, wer mich so in die Welt hinausgelassen hat? Also TR4, ich mache das nicht mit Absicht! Viel Glück.

3. Die Frisbee Ausbildung

Als guter Vati bin ich natürlich immer bestrebt den Horizont meiner Kinder zu erweitern. Na gut, ab einem bestimmten Alter fällt das nicht mehr ganz so leicht. Und da rede ich nicht von mir. Dann wird der eigene Horizont eher von den Kindern erweitert. Man erinnere sich bitte an meinen Besuch bei Trailerpark.
Ich jedenfalls wollte im Urlaub meinen Kindern das erfrischende Spiel mit der Frisbeescheibe näher bringen. Die hatte TR4 im Urlaub aus dem Schuppen gefischt und etwas zweckentfremdet.
Selbstverständlich hab ich mich auf sein Niveau begeben. In die Hocke. Hab dem kleinen Mann erklärt, wie man die Scheibe so schön locker aus dem Handgelenk wirft. Leider stand seine Schwester TE2 etwa einen Meter neben ihm entfernt und bekam den ersten Versuch genau auf die Brust geworfen. Das hatte zu einem den Vorteil das jetzt niemand mehr neben ihm stand, aber auch andere Familienmitglieder mit Trösten und Kühlen beschäftigt waren.
Der zweite Wurfversuch schaffte auch den ganzen Weg bis zum großen Bruder JM13. Leider hatte ich vergessen zu erklären das auch zurückgeworfen wird. TR4 hat den Frisbee mit der Nase gefangen. Und so waren noch mehr Leute mit Kühlen und Trösten beschäftigt. Die Scheibe verschwand erstmal im Schuppen. Mindestens bis die Kids volljährig sind!

4. Das Fliegenschutzgitter

Jetzt wo der Sommer sich mal wieder blicken lässt, wurde es mal wieder Zeit für ein neues Schutzgitter an der Terrassentür. Zum einen mögen wir Mücken nicht so gerne und dann hat sich neulich ein kleiner grauer Bewohner eingeschlichen und Nachts furchterregende Geräusche von sich gegeben. Mit der Hilfe einer Falle und großzügig Nutella gelang es mir das Nagetier einzufangen. Ich habe es dann zum Friedhof gebracht. Also bitte nicht falsch verstehen. Ich habe es im Auto mit zum Friedhof genommen und dort freigelassen.
Jedenfalls brauchten wir so ein neues Schutzdingsbums. Meine Frau hat dann ein tolles vom Lidl mitgebracht und eines schönen Sonntags dachte ich mir das jetzt der passende Zeitpunkt gekommen wäre, die halbe Stunde Arbeit zu investieren. TR4 und TE2 waren auch sofort begeistert. Endlich Papas Werkzeugkiste plündern und nichts zurückbringen. Außer den kaputten Zollstock.
Ich weiß nicht ob ihr schonmal eins vom Lidl o. ä. Fachgeschäften zusammengesetzt habt, aber meiner Meinung nach müsste für die Aufbauanleitung ein eigener Studiengang angeboten werden. Auch nach mehrmaliger Lektüre und guten Ratschlägen von TR4 erschloss sich mir der Sinn nicht. Und dabei dachte ich immer, ich sei kein Dummer.
Nach dem Einsatz eines Winkelschleifers, Neuschneiden der Gewinde, vielen Flüchen und Tränen waren fünf Stunden vergangen und ich wollte das Ding nur noch zerknüllen, drauf herumspringen und alles vernichten. Das kann doch nicht sein. Ich kann iPhones reparieren und baue PC’s in einem Bruchteil der Zeit zusammen.
Nach sechs Stunden war die Tür eingebaut und TE2 erste Amtshandlung war, samt dem Netz ins Haus zu fallen.
Damit bewahrheitet sich mal wieder der Spruch meines Opas: Wer billig kauft, kauft zweimal!

Und ihr so? Ich wünsche euch einen tollen Sommer!

#NeverStopExploring
#NordischbyNature
#ostseeblogger



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