Wie ich schon immer mal ins Ausland wollte und in Dänemark landete.

God Morgen Denmark

Ich habe mir schon immer gewünscht andere Länder zu sehen, andere Mentalitäten kennenzulernen und meinen Horizont zu erweitern.


In meiner jugendlichen Naivität dachte ich mir, die Bundeswehr könnte mir das bieten. Also verpflichtete ich mich für 4 Jahre als Sanitätsunteroffizier mit der Option Auslandseinsatz in Afghanistan. Rückblickend frage ich mich schon ein bisschen, wie man sich das wünschen kann. Jedenfalls klappte der Einsatz nicht, ich wurde aus dem Dienst entlassen und war immer noch nicht im Ausland. Schade eigentlich, ließ sich aber nicht mehr ändern.

Vom Rettungssanitäter zurück zum Mechaniker

Kurz darauf trat ich eine Stelle in einem örtlichen Betrieb an. Produktion von medizinische Einmalprodukten. Auch nicht ganz das was ich wollte, aber ich hatte meinen Fuß wieder in der Tür, aus der ich eigentlich gekommen war. Als Mechaniker. Aller Anfang ist schwer. 4 Schichten zu arbeiten macht es nicht leichter, da hörte ich das der Schwester Betrieb im dänischen Rødbyhavn einen Mechaniker sucht, der der deutschen Sprache mächtig ist und sich um die deutschen Mitarbeiter kümmert.

Roedbyhavn-Wie ich schon immer mal ins Ausland wollte und in Dänemark landete

Hafen von Rødbyhavn

Dänemark. Endlich angekommen.

Scheinbar gab es noch andere wie mich, die Lust auf Ausland und Abenteuer hatten oder das große Geld sahen. Das Vorstellungsgespräch lief sehr gut. Da saß er, der "dumme Tyske" mit seinem neuen Chef, der kein Deutsch konnte, und dem Ingenieur, der übersetzte. Den Job habe ich trotzdem bekommen.
Jetzt ging es endlich richtig los. Alles was ich wollte war geschafft. Eine neue Mentalität wurde entdeckt, neue Menschen kennengelernt. Natürlich habe ich sofort begonnen die Sprache zu lernen. Ein Langenscheidt in klein und eine Tüte Bonbons werden das schon richten. Das Buch war für die ersten Worte und die Bonbons für die Aussprache. Merkwürdigerweise kommt der Plattdeutsche Schnack und ein klebriges Bonbon im Mund, dem perfekten Dänisch ganz nah. Meine ersten Worten waren: "Jeg er en Guldfisk - Ich bin ein Goldfisch". Das ist zu einem ein ganzer Satz und zweitens lässt sich darauf aufbauen. Im "Guld" steckt die schwierigste grammatische Regel. Ein "D" wird nämlich wie ein "L" gesprochen. Meistens jedenfalls. Besonders zu beachten wäre noch, das mit erhöhtem Alkoholkonsum die Aussprache immer besser wird. Vielleicht weil alle Hemmungen fallen?
In Dänemark sind alle Du. Nachdem ich tagelang "Guldfisk" sprechenderweise durch die Hallen gestreift bin, fiel mir auf, dass hier alle "Du" sind und wenn man "Hej" sagt, kann man auch mit den Tageszeiten nichts verkehrt machen. Prima, also lernten wir weiter "Hej, du! Jeg er en Guldfisk". Persönliche Anrede und ein ganzer Satz. Das hebt uns auf ein ganz anderes Niveau. Es gibt aber eine Ausnahme und das ist die kettenrauchende Königin. Die wird respektvoll mit Sie angesprochen. Ein hochachtungsvolles "Können Sie mal die Zigarette ausmachen?" kommt immer besser als ein nett gemeintes "Mach mal die Kippe aus"! Besonders bei der Königin. Leider habe ich die Königin in der Raucherpause noch nicht getroffen.

Besonders gern fällt der Däne auf, indem er sich ständig bedankt. "Tak for det, Tak for sidst, Tak fordi du har været her, Tak for sidst, Tak, Tak,... ". Am besten fährt man, wenn am Ende eines jeden Satzes "Tak" setzt. Dann ist man schon nicht mehr ganz der "dumme Tyske".

Deutschunterricht für Dänen.

Plötzlich öffnen sich die Leute und man findet heraus, dass sie eigentlich gut Deutsch sprechen, dir das aber nicht zeigen wollen.
Es gab nämlich eine Zeit in Dänemark, da lebten die Jungs wie wir früher im Osten. Ganze zwei Fernsehprogramme schränkten die Auswahl enorm ein. Also hat der Däne auch Westfernsehen geschaut und nebenbei die Sprache gelernt.
Leider ging diese Form des Unterrichts im Laufe der Zeit verloren, als überall Satellitenschüsseln auf die Dächer montiert wurden.
Ich konnte jetzt jedenfalls einen ganzen Satz fehlerfrei von mir geben (mit Bonbon im Mund natürlich) und der Völkerverständigung stand nichts mehr im Wege.

Im nächsten Teil schreibe ich dann über die Schwierigkeiten sich dem dänischen Arbeitstempo anzupassen und die Entscheidungsfreude unserer Nachbarn. Tak for denne gang. Se os. lige om lidt.

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