Vom Fensterputzen und Piraten

Das Loch im Rasenm%C3%A4hen

Hallo liebe Leser.
Kennt Ihr das? Ihr versucht eure Kinder zu verantwortungsbewussten und selbständigen Individuen zu erziehen und dann läuft da so jemand daher und reißt in Bruchteilen einer Sekunde wieder alles ein?
Ja, also ich bin der, der wieder alles einreißt! Sagt jedenfalls meine Frau. Ich versuche nur ein bisschen Leben in die Bude zu bringen. Und die Kinder auf meine Seite.


1. Der Pirat

Da saßen wir mal wieder alle fröhlich vereint beim Abendrot. Allein das soll ja in deutschen Haushalten nicht mehr die Regel sein. Bei uns schon und das ist gut so. So ist das Abendessen doch die einzige Mahlzeit bei der fast alle teilnehmen können.

Das läuft bei uns auch ganz harmonisch ab, die größeren Kinder hauen sich gegenseitig in die Pfanne. Die kleineren schieben ihre, liebevoll angefertigten Brote von sich, da sie ja kein Hunger haben, nur um dann Nachts um Elf am Bett zu stehen und "Hunger" zu rufen.
Ganz ehrlich? Ich genieße diese Zeit. Wir Eltern freuen uns über die Liebe unserer Kinder und da kommt Papa-Dorfworker auf die Idee die Stimmung aufzulockern in dem er den Piraten spielt.

Geschickt klemmt er sich eine Scheibe Gurke hinter die Brille, krümmt den Zeigefinger zur Kralle und ein tiefes "Haarrrrrgghh" wird hinter jedes Wort gesetzt. Spätestens wenn er mit seinem imaginären Papagei auf der Schulter redet, wird er von allen für verrückt erklärt.
Das an sich wäre ja nicht schlimm. Aber seit der Pirat das erste mal mit bei uns am Tisch saß, spielt ihn TR3 jetzt ständig nach. Das "Haaarrrggh" und die Gurke dürfen natürlich nicht fehlen. Mutti J. ist natürlich richtig begeistert.

Wobei die eigentliche Frage ja ist: Was müssen die Leute im Kindergarten denken? Sollte er auch dort den Piraten spielen? Was ist die Lösung? Keine Gurken mehr?


Möwe

Einen Piraten mit Papagei auf der Schulter haben wir, trotz intensiver Suche, leider nicht gefunden. Die Möwe hier ist aber auch schön.

2. Der Fensterputzer

Mutti J. entschloss sich am Dienstag die Fenster zu putzen. Die ganzen Kekskrümel und Schnoddernasenstreifen der Kinder mussten einfach mal wieder weggewischt werden. Es ist sonst immer so Dunkel im Haus. Und tatsächlich! Saubere Fenster bieten gleich ein ganz anderes Wohlfühlklima.

Aber da hat wieder keiner die Rechnung mit dem konterrevolutionären Dorfworker-Vati gemacht. Der kam morgens von der Nachtschicht am Küchenfenster vorbei und musste mal wieder die ganze Liebe zu seinen Kinder herausschreien.

Da aber noch ein, zwei Nachbarn schlafen könnten, entschied er sich die Scheibe anzuhauchen und große Herzen zu malen. An sich keine schlechte Idee. Die Kinder waren begeistert und das Küchenfenster von außen noch nicht geputzt. Ganz zu Ende gedacht war es aber auch nicht, TR3 und TE2 begannen sofort von innen, kleine Kinderherzen zu malen. Liebe für alle!
Nicht nur in der Küche, im Laufe des Tages an jedem geputzten Fenster. Sehr liebevoll. Ach ja, im Auto mittlerweile auch. Aber das weiß meine Frau noch nicht.

3. Die Schießerei

Scheinbar bin ich aber nicht der Einzige der die Erziehung torpediert. Neulich haben wir uns mit einer befreundeten Familie auf dem Spielplatz verabredet. Zwischen Klettern, Wippen, Schaukeln und Karussellfahrten bekämpften sich die Kinder mit gefunden Stöcken. Ganz in Einzelkämpfermanier. "Biuh,Biuh" hallte es über die Spielanlage.
Wir nahmen das zum Anlass um darüber zu diskutieren, ob das jetzt in Ordnung wäre oder nicht. Schwere Frage. Haben wir das früher nicht auch gespielt?

Bin ich deswegen ein potenzieller Attentäter oder muss ich jetzt mit meiner kleinen Armee in ärztliche Behandlung? Aus mir ist doch auch etwas geworden. Ich habe noch keine U-Bahn entführt und gefühlsmäßig bin ich auch ganz normal. Wird man doch im Fernsehen man permanent mit Gewalt konfrontiert.
Wenn man schon im Nachmittagsprogramm auf nahezu jedem Fernsehsender Pseudo-Polizisten sieht, die mit Ihren Pistolen herumfuchteln wie wild gewordene Cowboys. Von den Nachrichten ganz zu schweigen.

Feuerwehrmann Sam Im Einsatz

Feuerwehrmann Sam im Einsatz

4. Der Fernseher

Nicht das wir den ganzen Tag "Mitten im Leben" oder ähnliches sehen. Meistens befinden wir uns um die Uhrzeit an der frischen Luft. Siehe Spielplatz. Aber das Fernsehprogramm von heute hat es schon in sich. Da springt ein 4-jähriger Caillou wild durch kanadische Vororte und man muss sich fragen, warum hat der Kerl keine Haare! Ist er krank? Bekommen seine Eltern das nicht mit und warum quäkt seine Schwester Rosie eigentlich die ganze Zeit?

Oder Feuerwehrmann Sam, Held von TR3, da brennt es fast jeden Tag in der Stadt. Was ist denn da los? Ist Sam vielleicht der Übeltäter? Schwere Kindheit und Geltungssucht? Letztens wurde ich schon auf der Fähre komisch angesehen als ich die Titelmelodie vom Feuerwehrmann sang.

Besonders seltsam wird es in Lazytown. Freddie-Faulig und Sportacaus turnen sich lustig durch eine Stadt die aussieht wie eine glasierte Geburtstagstorte. Und wer hat Stephanie eigentlich die Haare gemacht? Schrecklich. Und dann wundern wir uns, wenn unsere Kinder auf dem Spielplatz Pistole spielen.

Ich mach jetzt mal lieber den Fernseher aus und mach noch ein paar Dorfworker Sachen. Rasenmähen zum Beispiel. Meinen kleinen Helfer hab ich dabei und wir müssen meiner Frau das Loch im Gehäuse des High-Tech-Mähers, als ultramoderne Mulch-Funktion verkaufen. Ansonsten will Sie nächstes Jahr einen neuen haben.

Das Loch im Rasenmäher

#NeverStopExploring
#NordischbyNature



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