Kölner Triathlon

Hamburger Hauptbahnhof - Zwischenstation Kölner Triathlon

Hallo Moin. Eigentlich wollte ich dieses Mal nur über unseren Wochenendtrip nach Köln schreiben, aber unsere Erlebnisse in der Bahn füllen alleine schon einen Blog.

Als wir in die Bahn von Lübeck nach Hamburg stiegen, hätte es mir eigentlich schon klar sein sollen. Schließlich habe ich bei der Bahn meine Ausbildung genossen und war jahrelang Fernzugreisender. Im letzten Ausbildungsjahr sogar wöchentlich von Nürnberg nach Puttgarden an der Ostsee. Ich dachte in der Zwischenzeit hätte sich einiges verändert. Aber hätte, hätte Fahrradkette.


1. Etappe: Lübeck - Hamburg

Da saßen wir nun, im RegionalExpress von Lübeck nach "Hamburch". Gähnende Leere. Im Gang neben uns eine entspannte Frau am Vierertisch. Beine auf dem Sitz. Natürlich ohne Schuhe. Man hat ja Respekt. Da torkelte, mir nichts dir nichts, ein langhaariger HSV Fan mit seiner Dose Ratsherren unserem Hort der Ruhe entgegen. Passend gekleidet mit Trikot und der Aufschrift.: “HSV Sexmachines". Ja, nee ist klar. Die „Maschine“ von einem Mann wollte seine Dose nun unbedingt bei der entspannten Frau am Nebentisch parken. Die, plötzlich nicht mehr so entspannte, Frau wies den Herren in Blau auf die restlichen 124 freien Sitzplätze im Waggon hin. Das wiederum veranlasste den philosphischen Fussballfan zu einer Tirade über seinen übermäßigen Alkoholkonsum. Das konnte ich bei bestem Willen nicht ganz nachvollziehen. Es war schließlich schon 10 Uhr morgens.

Bei der Einfahrt des Zuges hatte unser neuer Freund dann endlich dargelegt, warum er soviel trinkt. Natürlich. Wegen Menschen wie uns. Ach so. Ich dachte schon, es würde an den Leistungen der HSV Mannschaft in der Vorbereitung liegen. Jedenfalls war jetzt klar, dass der feine Herr mit dem Bier das gleiche Reiseziel hatte wie wir. Mein Sohn, JM12, verdrehte schon genervt die Augen und ich hoffte, dass im Zug von Hamburg nach Dortmund alles besser wird.

2. Etappe: Hamburg - Dortmund

Aber alle meine Hoffnungen verschwanden, als wir den Bahnsteig betraten. Halb Hamburg hatte sich versammelt, um den Zug nach Dortmund zu nehmen. Aber für uns kein Problem, wir hatten ja reservierte Plätze. Das wir uns inmitten eines Hamburger Junggesellenabschieds wiederfanden, konnte ja keiner ahnen. Die Jungs waren natürlich auch auf dem Weg zum Auswärtsspiel in Köln. Da saßen wir nun. Vor uns, neben uns, hinter uns, überall feierwütige Männer.

Kurz nach den Elbbrücken wurde von Dosenbier auf Jack Daniels umgeschwenkt. Der entsprang plötzlich einer prall gefüllten Reisetasche mit noch mehr Stoff. Ich hatte derweil die beste Idee des Tages und tauschte unsere Plätze munter weiter nach vorne bis wir ganz am Rand der Gesellschaft saßen. Leider aber immer noch im Gefahrenbereich. Beim zurückschieben meines Sitzes passierte der Worstcase. Am Tisch hinter mir fiel eine Dose Bier um. Plötzliches Schweigen und angemessene Trauer um dieses verschwendete Getränk machte sich augenblicklich breit. Zum Glück hatte keiner gesehen, dass ich das war. Jack D. hatte alle abgelenkt.
Nach einer längeren Diskussion über das Wie, einigte man sich darauf, dass der Schuldige wohl der Zug gewesen sei, der so heftig wackelte. Da hatte ich aber nochmal Glück gehabt. Jedenfalls ganz kurz. Aus einer anderen Reisetasche entsprang unverdrossenerweise ein Tonbandabspielgerät mit lokalen Gassenhauern und eine Flasche Jonny Walker.

Auf dem Höhepunkt der Feierlichkeiten wurde dem Junggesellen als Verkleidung ein Leverkusen Trikot aufgezwungen. Als HSV-Fan wohl die Höchststrafe. Außer es wäre ein Bremer Trikot. Nun begann man auch noch darüber zu schwadronieren, was man alles mit dem Geißbock im Kölner Stadion anstellen könne, als es einer jungen Frau einige Sitzreihen hinter uns reichte. Diese Frau, Typ Gymnasiallehrerin, hatte tatsächlich den Mumm, unsere fröhlichen Junggesellen zu bitten, „ihre Klassenfahrt“ doch bitte etwas leiser zu gestalten. Peinliche Stille machte sich breit bevor schallendes Gelächter ausbrach und den Lärmpegel bis zum Hauptbahnhof weiter ansteigen ließ.

K%C3%B6lner Dom

3. Etappe: Dortmund - Köln

In Dortmund fanden wir uns in einem Regionalexpress nach Köln wieder. Zusammen mit circa 10000 anderen Reisenden und wie der Zufall es will, einem weiblichen Junggesellenabschied. Aus Jonny W. wurde Sektchen. Der war zwar nicht ganz so feucht-fröhlich wie der Männliche, aber dafür eher Kopflastig. Die Gespräche zwischen den Damen waren dermaßen anstrengend, dass sich mein Hirn nach einer Viertelstunde abschaltete und erst in Köln wieder einigermaßen fehlerfrei funktionierte.

K%C3%B6ln Porz

4. Etappe: Köln - Köln-Porz

In der S-Bahn zum Hotel fanden wir uns neben Bushido’s Cousin und seinem neuen Kumpel wieder. Bushido’s Cousin legte auch gleich seine schwammige Familiengeschichte vor seinem neuen Kumpel nieder, der auf die Enthüllung vollkommen begeistert reagierte und dem Herrn Bushido gerne einmal vorgestellt werden würde. Später erfuhren wir, dass die Herren Tupac und Michael Jackson noch unter uns weilen und ihr Ableben nur vorgetäuscht war. Ins Reich der Fabeln wollte ich die Geschichten der beiden noch nicht ganz abschreiben, musste mich aber von JM12 überzeugen lassen, dass das totaler Quatsch sei. Spätestens als dem Bushido-Cousin von seinem Kumpel Hilfe mit dem Arbeitsamt, Sozialhilfe und Wohngeld angeboten wurde, weil man sich darin relativ gut auskenne, war auch ich überzeugt. Tupac und Michael haben ihr Ableben nicht vorgespielt. Nicht wenn sie die beiden kennengelernt haben. Spätestens nach der Aussage auf die Frage, was die beiden abends machen wollten, war dann alles klar. Saufen. Bestimmt mit unserem Freund aus dem Lübecker Regionalexpress.

5. Etappe: Köln - Hamburg

Auf der Rückfahrt von Köln nach Hamburg habe ich mich dann bis auf die Knochen blamiert. Der Bahnsteig war schon vollkommen überfüllt. Ich habe das dritte Mal in zwei Minuten auf unseren Fahrschein geschaut und JM12 erklärt, dass wir Platz 72, 74 in Wagen 27 haben. Hatte ich ja schließlich dreimal kontrolliert. Siegesgewiss ließen wir, gefühlte 100 Fahrgäste vor uns in den Zug. Wir hatten ja unsere Plätze. Endlich angekommen, habe ich großspurig einen jungen Mann meines Sitzplatzes verwiesen. Endlich Sitzen. Plötzlich tauchte aus dem Gedränge eine Helikopter-Mutti vom Bahnsteig wieder auf. Die konnte ich da schon nicht leiden. Da sagt sie, das seien ihre Plätze. Okay. Nochmal -100 Sympathiepunkte. Ganz cool holte ich meine Reservierung raus und musste mich von Frau Schlauberger belehren lassen, das meine Plätze ungefähr 3 Waggons weiter vorne sind. Wagen 24. Sehr Peinlich.

Rheinbr%C3%BCcke

Kurz vor Essen saßen wir dann endlich auf unseren richtigen Plätzen. Mussten jedoch noch einmal jemanden von unseren Plätzen verweisen. Der freundliche Herr saß dann bis Bremen neben uns im Gang. Zusammen mit etlichen Bremer Dortmund Fans, die vom Spiel kamen. Auch hier ging es wieder sehr fröhlich zu. Dosenbier macht lustig. Mittlerweile hatte unser ICE schon 40 Minuten Verspätung. Anschlusszug in Hamburg: Unerreichbar. Wir haben dann den letzten Bummelzug von Hamburg nach Lübeck bekommen. Nächster Halt Hamburg-Tonndorf! Hamburg was? Das habe ich ja noch nie gehört.

Vielen Dank Deutsche Bahn. Es war mal wieder sehr lehrreich. Das nächste Mal nehme ich wieder den Volvo.

#NeverStopExploring
#NordischbyNature

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